Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Krimi

Artikel

Das tägliche Drama | Folge 5

Hinterlasse eine Antwort

+++ Twitter off +++

Hoch die Tassen: Vor ein paar Tagen noch Krimitipp des Tages, jetzt stolzer Preisträger des „Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year“-Award. Wie Ali Karim bei Facebook berichtet und Katie Allen beim „Bookseller“ , erhält Roger Jon Ellory den Preis für seinen Roman „A Simple Act Of Violence“, der erst vor ein paar Tagen unter dem Titel „Vergib uns unsere Sünden“ in deutscher Übersetzung erschienen ist. Darauf einen Lindenblütentee (no alcohol, please!)

***

Hoch die Tassen – Teil 2: Nicht vergessen zu erwähnen, das Reginald Hill für seinen ausergewöhnlichen Beitrag zur Kriminalliteratur bei der gleichen Veranstaltung wie auch R. J. Ellory ausgezeichnet wurde. „Theakstons Old Peculier Outstanding Contribution to Crime Fiction Award“ heißt das Ding und auch da heben wir die Teetassen!

***

Blogempfehlung: Da ja heute Followfriday ist, sei ein Blog empfohlen, dass seit ein paar Wochen zur täglichen Lektüre gehört: Thriller Killer’s Blog heißt es und wird eben vom @ThrillerKiller1 bestückt.

***

Wie tut sie’s? Der gute Andrew Taylor verteidigt beim „Independent“ die „Queen of Crime“ Agatha Christie. „How does she do it?“ fragt Taylor – und gibt gleich die Antworten.

***

Noch ’ne Königin: In unserer beliebten Reihe mit P.D. James-Porträts finden wir heute ein Stück bei der „Montreal Gazette“. „Elderly find the pace of change horrifying“ behauptet darin die würdevolle Lady des gepflegten Mordes.

***

Baker-Street-Boys back: Wie sexy ist eigentlich Sherlock Holmes? Diese Frage stelle ich mir ja schon seit Jahren, Tim Oglethorpe erörtet dies nun auch bei der „Daily Mail“. Aber eigentlich geht es natürlich um die neue BBC-Serie mit den Baker-Street-Boys, dem pseudoschwulsten Jungs-Duo der Kriminalliteratur.

***

Blaupause aus der Gefängnisbibliothek: Und wieder ein realer Kriminalfall, der seinen Anfang angeblich in der Kriminalliteratur gefunden hat. Elizabeth Minkel berichtet beim „New Yorker“ über den Mord an der Petit-Familie in Cheshire, Connecticut. Nun sollen Bücher – konkret Truman Capotes „In Cold Blood“ und Stieg Larsons „The Girl With the Dragon Tattoo,” – aus der Gefängisbilbiothek (!) Steven J. Hayes, einer der mutmasslichen Täter, zu den Morden inspiriert haben. In dem Zusammenhang sei auch noch auf den interessanten Artikel „Rap Sheet – Why is American history so murderous?“ von Jill Lepore hingewiesen.

***

Gute Wochenend-Lektüre!

Bildquelle: AlcatrazCell by kathycsus @flickr via everystockphoto.com

Artikel

Krimitipp | Kathryn Miller Haines: Ein Schlachtplan für Miss Winter

Hinterlasse eine Antwort

Ungelesen, angelesen, quergelesen – Der Krimitipp des Tages | Kathryn Miller Haines: Ein Schlachtplan für Miss Winter

Kathryn Miller Haines: Ein Schlachtplan für Miss Winter : Rosie Winters zweiter Fall / Aus dem Amerikanischen von Kirsten Riesselmann. – Berlin : Suhrkamp, 2010

ISBN 978-3-518-46166-2 – Preis: 9,95 €

Zum ersten Roman von Kathryn Miller Haines, der in deutscher Übersetzung erschienen ist, hat der geschätzte Walter Delabar eine der schönsten Nicht-Rezensionen der letzten Jahre geschrieben. Sein  Loblied auf “Miss Winters Hang zum Risiko“ erzählt uns ganz viel über den Rezensenten, dafür so gut wie nichts über das besprochene Buch. Ich mag solche Texte, die auf Abwegen wandeln. Dennoch habe ich den ersten Roman der US-amerikanischen Autorin noch nicht gelesen  – wie so oft aus Zeitmangel. Aber er liegt jetzt hier im Regal (bei mir liegen Bücher des Öfteren) neben dem neuen Roman “The Winter of her Discontent“, der seit einigen Wochen unter dem Titel “Ein Schlachtplan für Miss Winter“ erhältlich ist.

Schauplatz ist wie im ersten Roman die New Yorker Theaterwelt, diesmal im Kriegsjahr 1943. Rosie Winter, Broadway-Schauspielerin ohne Engagement, muss diesmal ihren Freund Al aus dem Schlamassel herausholen. Angeblich soll er das Starlet Paulette erschlagen haben, er gesteht sogar die Tat, doch Miss Winter weiß es mal wieder besser. Das klingt durchaus nach Retro – aber vielleicht nach nettem Retro. Und es erinnert ein wenig an den guten George Baxt. Die nächsten ruhigen Stunden sollen auf jeden Fall Miss Winter gehören, von der es in den USA bislang noch zwei weitere Titel vorliegen. Stoff genug also.

Da draußen:
Porträt von Kathryn Miller Haines bei der Hammett-Krimibuchhandlung

Homepage von Kathryn Miller Haines

Artikel

Krimitipp | Jo Nesbø : Headhunter

Hinterlasse eine Antwort

Ungelesen, angelesen, quergelesen – Der Krimitipp des Tages | Jo Nesbø : Headhunter

Jo Nesbø : Headhunter : Thriller / Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob. – Berlin : Ullstein, 2010
ISBN 978-3-548-28045-4 – Preis 14,95 €

Lese und tue Gutes – nach diesem Motto funktioniert der neue Thriller des norwegischen Autors Jo Nesbø. Wer nämlich “Headhunter“ – dessen Originaltitel ich im Buch nicht entdecken konnte – käuflich erwirbt, der spendet damit Geld für eine Stiftung, die gegen Analphabetismus bei Kinder kämpft und von Jo Nesbø gegründet wurde. Und was bekommt man für sein Geld zu lesen?

Roger Brown ist einer dieser Headhunter, der seinen Kunden jedoch nicht nur möglichst gute Manager vermittelt, er erleichtert sie auch um ihre Kunstwerke und verkauft sie. Als er an Clas Greve gerät, den er vermitteln soll und der einen wertvollen Rubens besitzt, hat er seinen härtesten Gegner gefunden. Das Multitalent Nesbø, der ja nicht nur Schriftsteller, sondern auch Musiker und Ökonom ist, dürfte sich in der Welt der Wirtschaftsbosse gut auskennen. Damit könnte es tatsächlich mal einen interessanten Wirtschaftskrimi geben, vermutlich geht es aber in die andere Richtung. Immerhin dürfte man etwas über die Fragetechnik des FBI lernen. Man weiß ja nie, wofür man das brauchen kann…

Da draußen
Rücksichtslosigkeit zahlt sich aus – Interview mit Jo Nesbø
Trailer zum Buch


Artikel

Das tägliche Drama | Folge 4

2 Kommentare

+++ Twitter off +++

Stapel unbesprochener Werke, diesmal mitten in New York: Richard Price zieht mich zur Zeit rüber. „Lush life“, auf Deutsch „Cash“. Hochgelobter, gegenwärtiger, gesellschaftlicher, politischer, krimineller Bestseller, Lifestyle-Porträt nach 9/11. Bislang merke ich da nicht viel von. Netter, leicht verwirrter Kriminalroman trifft’s momentan noch besser.

***

Eine Krimi-Königin und eine Königin der Meere: Die englische Autorin P. D. James ist gerade auf der „Queen Mary II“ unterwegs gewesen, für USA Today Anlass zu einem ausführlichen Porträt – mit Zahlen und Fakten. Und wem dies an täglicher P.D. James-Dosis noch nicht reicht, beim „Telegraph“ gibts noch ein schönes, ausführliches Porträt – mit Video sogar!

***

Retro: Die BBC hat dem werten Sherlock Holmes mal wieder einen neuen Auftritt auf der Mattscheibe verpasst. Gerard Gilbert hat für „The Independent“ schon mal reingeschaut und ist sich sicher: „The reasons we shouldn’t update them are elementary.“

***

International Affairs: „If you like organized crime stories then try Germany and Italy. Traditional mafiosos still turn up, but new European crime fiction increasingly deals with crime rings run by Eastern European gangs.“ So sieht man das beim „Wall Street Journal“. Alexandra Alter beschäftigt sich mit der Infiltration des US-amerikansichen Krimimarktes durch ausländische Autoren – zum Beispiel Jakob Arjouni, Jo Nesbø, Leonardo Padura oder Carlo Lucarelli.

***

Afrikanisch: Okay, dieses Fundstück hat jetzt schon ein paar Tage auf dem Buckel, aber als Leseliste ist es diskutabel. „Michael Stanley’s top 10 African crime novels“ – beim Guardian am 30. Juni veröffentlicht – als alle Welt noch nach Südafrika schaute. (Okay, Deutschland schaute an dem Tag nach Berlin). Auf der Liste vertreten ist auch ein Roman aus Robert Wilsons Bruce-Medway-Reihe, die in Afrika spielt und die den deutschen Markt bislang nicht erreicht hat. Nachzuholen?

***

Erst vor eingen Tagen eine Besprechung in der „Washington Post“, dann ein ausführlicher Hintergrundbericht beim geschätzten Ali Karim und seit heute morgen Krimitipp des Tages. So kann es gehen, mit den „Thrillers – 100 Must-Reads“.

***

Apropos Buchempfehlung: Wie man wem die richtigen Bücher empfiehlt – Laura Miller hat sich bei „Salon.com“ dazu ihre Gedanken gemacht.

***

Ganz viel Wahrheit: Der tägliche Glamour-Faktor muss sein. Ulrich Wickert hat dem Gesellschaftskolumnisten der „BZ“ seine Tipps für’s Krimischreiben diktiert. Bitte, lieber Kinder und Krimiautoren, NICHT nachmachen!

***

Schönes Schwitzen noch!

Bildquelle: satanoid@flickr via/ everystockphoto.com

Artikel

Das tägliche Drama | Folge 3

Hinterlasse eine Antwort

Bildquelle: aboutpixel.de / Naturkegebahn1 © Fernando Roumiguière+++ Twitter off +++

R.I.P.: Die traurigste Meldung an erster Stelle: Der mexikanische Autor Juan Hernández Luna, der zweimal den Dashiell-Hammett-Award gewonnen hat, ist bereits am 8. Juli im Alter von 47 Jahren gestorben. Hier ein Nachruf über den Autor, der hierzulande leider weitgehend unentdeckt geblieben ist. In dem Zusammenhang sei aber noch auf den Spiegel-Artikel „Die Lesepolizei“ verwiesen. Juan Hernández Luna gab nämlich Literaturseminare für Polizisten.

***

Es gibt diese wunderbaren Kommentare zur Zeit. Diese beunruhigende Gute-Nacht-Geschichte von Astrid Paprotta zum Beispiel, die eine lesenswerte Replik auf einen Vorschlag des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) ist.

***

Vermerk an mich: Öfter auf „International Crime Authors – Reality Check“ klicken und den RSS-Feed abonieren!
Da schreiben die klugen Autoren Barbara Nadel, Colin Cotterill, Christoper G. Moore und Matt Beynon Rees über so interessante Dinge wie „The Theory of Mind in Fiction„, „The Killing Spree“ oder „Jerusalem refuge“. Und vor ein paar Tagen feierte man dort einjährigen Geburtstag. Happy Birthday!

***

In der bunten Reihe „unnütze Ratgeber für nichtsnutzige Krimiautoren“ sei vorgestellt: „Crime Fiction: Ten Cliches to Avoid“. William Meikle über zehn Klischees, die wir im Grimmi (und auch im Krimi) oft genug gelesen haben.

***

Italienisches Duo: Eine Meldung, die ich erst jetzt auf dem Schirm bekommen habe, gefunden bei „Detectives Beyond Borders“: Andrea Camilleri und Carlo Lucarelli haben sich zusammengetan und den Roman „Acqua in Bocca“ geschrieben. Seit Juni steht das Buch in Italien in den Buchläden, hier geben beide Autoren Auskunft über ihr gemeinsames Projekt (natürlich auf Italienisch).

***

Argentinisch: Schnell nachgereicht sei die Meldung, das Guillermo Orsi, für seinen Roman „La Ciudad Santa“ (was wohl mit „Die heilige Stadt“ übersetzt werden könnte) auf der Semana Negra in Gijon mit dem „Premio Hammett“ ausgezeichnet wurde. Als bestes Sachbuch wurde „Sangre Joven“ von Javier Sinay, ebenfalls aus Argentinien, ausgezeichnet. Weitere Preisträger gibt es hier.

***

Einen lesereichen Resttag…

Bildquelle: aboutpixel.de / Naturkegebahn1 © Fernando Roumiguière

Artikel

Krimitipp | Roger Jon Ellory: Vergib uns unsere Sünden

Ungelesen, angelesen, quergelesen – Der Krimitipp des Tages | Roger Jon Ellory: Vergib uns unsere Sünden
Vergib uns unsere Sünden
Roger Jon Ellory: Vergib uns unsere Sünden : Thriller / Aus dem Englischen von Walter Ahlers. – München : Goldmann, 2010
ISBN 978-3-442-47210-9 – Preis: 9,95 €

Als vor sieben Jahren Roger Jon Ellorys Debütroman “Candelmoth“ in deutscher Übersetzung “Eine Zeit aus Feuer“ erschien, da fand die Geschichte über einen in der Todeszelle sitzenden Mann, der einem Pfarrer seine Lebensgeschichte schildert, im Netz eine sehr positive Resonanz. Ergreifend und herzzerreißend lauteten einige der Urteile. Danach war hier in Deutschland kaum etwas von R. J Ellory zu lesen, obwohl im Englischen mittlerweile sieben Romane vorliegen. Nun versucht sich der Goldmann-Verlag an einem neuen Roman des britischen Autors, dessen Romane aber hauptsächlich in den USA spielen. “A Simple Act Of Violence“, Ellorys sechstes Buch, ist jetzt unter dem religösen Kitsch-Titel “Vergib uns unsere Sünden“ (sorry, aber das klingt wirklich zu sehr nach Elizabeth “ich-schreibe-Krimi-Kitsch-Gesellschaftsromane“ George). Dabei wird dem Thriller von der englischen und US-amerikanischen Kritik durchaus eine gewisse “Wucht“ und politische Bezüge zugesprochen.

Während der Wahlkampf in Washington auf Hochtouren läuft, stört ein Serienkiller das politische Geschehen. Vier Frauen wurden ermordet und nicht nur der Täter, auch die Opfer geben den Ermittlern Robert Miller und Albert Roth Rätsel auf. Denn die vier ermordeten Frauen existierten offiziell gar nicht. Neben dem Serienmörder-Thema findet Ellory auch Zeit, sich mit den Untrieben der CIA in Nicaragua zu beschäftigen. Reichlich Lob gab es für diesen Roman und es bleiben dem Leser nur 669 Seiten, um zu überprüfen, ob das gerechtfertigt ist.

Da draußen
Homepage von R. J. Ellory
The Ellory Journal – Das Blog von R. J. Ellory