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Alles kann, nichts muss | Die Krimiblog-Konferenz am Samstag, den 9. März 2013

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Ganz nach unserem Motto „Alles kann, nichts muss“ haben Sie sich wieder in den einzigen und freien Wochenenrückblick der Krimiwelt reingelickt. Glückwunsch dazu, denn wir schalten wieder durch die angeschlossenen Blogs und Medien. Da die Attraktionen noch immer in der Südsee weilen – wer kann es ihnen bei dem derzeitigen Winterwetter verdenken – geben wir als erstes ab an die Krimi-Depeschen.

»Ja, guten Tag aus der Dienststube der Krimi-Depeschen. Wir haben uns in dieser Woche an dem schönen Interview mit Fred Vargas erfreut, das Jake Kerridge beim Telegraph veröffentlicht hat. Und wie immer fleißig waren die zahlreichen Krimiblogger, deren Kritiken und Buchbesprechungen für gute Lektüreanregungen gesorgt haben.
Wie kriminell wurde in der vergangenen Woche gezwitschert? Wir geben ab an Twitter.«

»Ein Thema bei uns in der Twitter-Redaktion sind die Krimis des Monats, die die Jungs beim Spiegel gekürt haben. Stimmen Sie mit uns in den Lobgesang ein und retweeten Sie fleißig!

Weiterhin flitzte dieser Hinweis durch unsere Timeline und den möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

Und das Top-Thema bei uns überhaupt: #FreeSherlock Facebook-Freunde, was gibt es bei Euch?«

» Frisch aus der Timeline berichten wir hier bei Facebook. Wobei, eigentlich melden wir uns aus dem „Kriegsgebiet“, denn der „Sherlockian Civil War”, wie er bei uns heißt, hält uns ebenfalls in Atem. Wem gehört Sherlock Holmes? Eine durchaus wichtige Frage.

Klassiker-Pflege der besonderen Art gibt es bei den schlauen Leuten von Killer & Co: Dort checken die Bad Boys alte James-Bond-Romane aus. Yo! Google-Plusser, was gibt es bei Euch?«

»Hier ist Google+, seit dieser Woche mit XL-Köpfen. Die haben sich in dieser Woche zum Beispiel um die Finalisten der Lambda-Awards gekümmert. Freude auch über die Meldung, dass die Claire-De-Witt-Romane von Sara Gran möglicherweise auf den Fernsehbildschirm kommen. Was gibt es bei Euch zu gucken, Tage des Lesens?«

»Als Fachblog für die schönen Dinge im Leben eines Krimilesers feierten wir in dieser Woche den 65. Geburtstag von Meister James Ellroy. Und damit geben wir zurück ins Hauptblog.«

Vielen Dank an Euch alle! Bevor wir Sie nun ins Wochenende entlassen, hier noch zwei Hinweise, davon einer in eigener Sache. Seit dieser Woche gibt es von montags bis freitags wieder das beliebte Vabanquespiel des Krimibloggers. Und wir möchten Ihnen ein Blog ans Herz legen, das sich nicht um Krimis kümmert, sondern um eine übersehene Spezies, die es sicher auch in Ihrem Regal gibt. 54books kümmert sich um die Ungelesen.

In diesem Sinne: Kümmern Sie sich vielleicht auch mal wieder um diese Bücher – ein schönes Wochenende und hoffentlich auf ein baldiges Wiederlesen!

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Das tägliche Drama | Folge 9

2 Kommentare

Evil+++ Twitter off +++

Weihnachts- und Jahresendspurt. In den Blogs dieser Welt kehrt die Besinnlichkeit ein, Bilder von Weihnachtsbäumen, Weihnachtsgänsen, Weihnachts-…. (beliebig zu ergänzen) schmücken die digitale Welt und der Bücher lesende Teil der Menscheit hält Rückschau auf die Bücher des Jahres. Doch wer findet überhaupt noch Zeit zum Lesen?

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Vergessene Verbrechen: Kürzlich ist leider der Regisseur Blake Edwards verstorben. Michael Carlson lenkt bei „Irresistible Targets“ die Aufmerksamkeit auf die TV-Krimis des Meisters. Sehr schön.

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Die Volksseele kocht: Edward Docx hat vor einigen Tagen für den „Guardian“ die Romane von Stieg Larsson und Dan Brown als „amateurhaft“ entlarvt (was nicht schwer gewesen sein dürfte). Nun schlägt das Lesevolk zurück: Laura Miller bekennt, dass sie schlechte Schreibe liebt. Wen wundert es?

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Krimiautoren empfehlen Krimiautoren – dieses lustige Spielchen gibt es im Blog von Jen Forbus zu lesen und zu sehen, denn Jen hat die Empfehlungen in einem kurzen Video eingefangen. Und wer „Hello Kitty Must Die“ von Angela S. Choi empfiehlt, den muss man einfach mögen.

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Nervensägen: Weihnachten ist ja eigentlich DAS Kinderfest. Doch die kleinen Racker können ja auch ganz schön nerven. Im Blog „Hey, There’s A Dead Guy in the Living Room“ gibt es nette Tipps, wie man die Kids ein wenig erschrecken kann. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Kids von heute abgehärterter sind…

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Frischfleisch: Auch ein beliebtes Ritual in englischsprachigen Krimiblogs – eine persönlich Liste mit den Autor/innen, die man im zu Ende gehenden Jahr das erstemal gelesen hat. Peter Rozovsky von „Detectives Beyond Borders“ hat so eine Liste im Angebot, ebenso J. Kingston Pierce bei „Rap Sheet„, Jen Forbus gleichfalls.

Sarah Weinman hingegen hat einfach mal ihre Favoriten für 2010 zusammengestellt, das alles in ihrem hübschen Tumblr-Blog.

Und überhaupt die Besten und das Beste gibt es derzeit bei „Day Labor“ – dem offiziellen Blog des „Crimefactory Magazin„.

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Verschneit: Wer noch nicht genügend Schnee gesehen hat, bei „Euro Crime“ hat Karen ein paar hübsche Schnee-Cover-Bilder zusammengestellt. Und was sind Eure Lieblings-Schnee-Cover-Bilder?

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Augenfutter: Ein Blog, das mir bislang leider verborgen geblieben ist, sei hiermit ausdrücklich empfohlen. Bei „Crime Time Preview“ gibt es Vorankündigungen für Krimis und Thriller, die demnächst im englischen TV zu sehen sind.

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Schwanzvergleich: Wer ist der größte Schriftsteller aller Zeiten? Diese Frage scheint besonders für Krimiautoren wichtig zu sein. John Harvey hat jetzt die Antwort gefunden und sie hat etwas mit Tolstoi und Beethoven zu tun. Gut, dass dies jetzt endgültig geklärt ist.

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Soweit für den Moment. Zum Schluss noch Musik für alle armen Schriftsteller, getreu dem Motto: „And if I share with you my story would you share your dollar with me“.

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Bildquelle: Evil Snowman by Dave Hogg @flickr via everystockphoto.com

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Das tägliche Drama | Folge 8

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+++ Twitter off +++

Was soll ich sagen? Keine Zeit ist keine Zeit ist keine Zeit.

Seit letzter Woche laufe ich jeden Morgen an einer Kampfansage vorbei. Schlechte Zeiten für Kultur in Hamburg. Altonaer Museum dicht, Kürzungen beim Schauspielhaus, Kürzungen bei den Bücherhallen (für alle Nicht-Hamburger: Das sind unsere öffentlichen Bibliotheken). Alles Einrichtungen, die sehr nah an den Menschen sind. Das Altonaer Museum ist ein beliebter Ort für Familien mit Kindern, das Schauspielhaus bietet erschwingliche Theaterabende und die Bücherhallen, die sowieso schon miserabel ausgestattet sind, werden künftig noch mehr vor sich hin darben. Dabei sind genau dies die lebensnotwendigen Orte für Kultur und Bildung in der Stadt. Hier findet die kulturelle Grundversorgung der Menschen statt – nicht in einem Prestigeobjekte wie dem Millionengrab Elbphilharmonie. Aber hochsubentionierte Galakonzerte mit Elbblick und Elitepublikum sind für einen Bürgermeister sicher medienwirksamer als kleine Museen und Bibliotheken. Dafür bleibt uns ja das Polizeiblasorchester erhalten – weil der Bürgermeister es so will.

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Hyper, Hyper: Kommen wir zu dem zur Zeit wohl wichtigsten Krimi, der durch den Blätterwald gepustet wird. „Tage der Toten“ von Don Winslow. Bei unserem Lieblingskrimibuchladen „Hammett“ ist man begeistert („Jahrzehntroman“), Thomas Wörtche schreibt von „Don Winslows opus magnum.“ und Tobias Gohlis blurbt und hypt – wie es sich für den König der Klappentexte gehört – sogar was von „Krieg und Frieden“ herum. Hängen wir es ein wenig tiefer, atmen einmal tief durch, und lesen dann das Interview, das Don Winslow Peter Körte für die FAZ gegeben hat und schauen bei der Gelegenheit auch noch mal auf die Rezension von Körte, ebenfalls in der FAZ.

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Der Regionalkrimi und der Hausmeister: Helmut Höge ist der Aushilfshausmeister der Taz-Blogs. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht er in seinem Blog etwas zu Regionalkrimis. Bisher erschienen: Folge 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13. Okay, diese Zusammenstellung war eher eine Qual als eine Freude und spricht – rein technisch – dafür, dass sie bei der Taz nicht so ganz begriffen haben, wie das so geht mit dem Bloggen und Taggen und so. Dennoch: In dieser Phänomenologie hat der Regionalkrimi endlich seine würdige pseudowissenschaftliche Entsprechung – ich sage nur „Euterpflege“ – gefunden, die eben nichts anderes als eine literaturhistorische Verirrung ist. Höge schreibt so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Inhaltlich nicht immer falsch, bleiben Höges Texte stilstisch eine Zumutung. Aber das ist man beim Regionalkrimi gewöhnt.

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Snobs: Val McDermid mag Dorothy L. Sayers nicht. Das musste mal gesagt werden und muss festgehalten werden. Dennoch räumt sie dem Klassiker „Gaudy Night“ den Platz 10 in ihrer Liste der 10 besten/überragendsten/erstklassigsten Oxford-Romane ein („top“ ist so ein unklarer Begriff). Nein, und da steht auch nicht ein Krimi auf dem ersten Platz, sondern Evelyn Waughs „Brideshead Revisited„. Aber immerhin sind auch Colin Dexter, Edmund Crispin, Ian Pears und Michael Dibdin vertreten. Und wer immer noch nicht weiß, wer diese Val McDermid ist und was sie mit Oxford zu tun hat, der lese die Besprechung ihres aktuellen Romans.

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Im Hafen: Nicht nur Hamburg feiert ein „Harbour Front Festival“, auch im fernen Toronto gibt es ein solches Festival. Das Erfreuliche: Dort gibt es auch einen Literaturpreis und den hat in diesem Jahr Peter Robinson gewonnen. Gratulation!

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Schütteln: Wie sieht die Zukunft des Buches aus? Wie werden in der Zukunft Geschichten erzählt? Wie es hoffentlich nicht aussieht, zeigt Keith Stuart in seinem Beitrag „Is interactive fiction the future of books?“ beim Guardian. Die Design-Berater IDEO haben ein Video produziert, in dem drei E-Reader-Applikationen vorgestellt werden: Nelson, Coupland und Alice. Für’s Fiktionale ist – wie kann es anders sein – Alice zuständig. So soll man etwa beim Lesen eines Krimis durch Schütteln des Readers neue Hinweise bekommen, weil sich dann der Text auf dem Schirm ändert und Buchstaben „herunter fallen“. Oder neue narrative Stränge öffnen sich nur, wenn man an einem bestimmten Ort ist. Oder Romanfiguren schicken dem Leser eine E-Mail. Ich möchte das nicht.

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Lächerlich: Wenig überzeugt zeigt sich Tom Lappin vom angeblichen Großmeister James Ellroy, dessen Autobiographie „The Hilliker Curse – My Pursuit Of Women“ jetzt erschienen ist. „It might be a statement of the obvious, but James Ellroy isn’t half as cool as he thinks he is.“ schreibt Lappin bei „Herald Scotland“. Tja, und widersprechen mag man ihm da nicht.
Weitere Besprechungen gibt es übrigens beim Telegraph, in der Los Angeles Times, im Guardian und in der Daily Mail.

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Schatten und Geister: Bei „The Guardian“ lobt Michel Faber die Comic-Adaptation von Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ durch Catherine Anyango und David Zane Mairowitz. Allerdings stellt er fest, dass der Comic im direkten Vergleich verblasst gegen zwei Meisterwerke in anderer, medialer Form: Conrads Erzählung selbst und Francis Ford Coppolas Filmadaptation „Apocalypse Now“.

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Für den Moment verabschiede ich mich damit wieder in die Geisterwelt.