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Willkommen, willkommen, willkommen! Die Krimiblog-Konferenz am Samstag, den 20. April 2013

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Willkommen, willkommen, willkommen! Schön, dass Sie wieder da sind und reinlesen in die Krimiblog-Konferenz. Was hat sich in Ihrer Woche so getan? Haben Sie gute und spannende Bücher gelesen? Was sich in der bunten Welt der Krimiblogs und Medien getan hat – hören Sie doch einmal rein. Krimi-Depeschen, bitte kommen!

»Das einzig Beständige ist die Veränderung. Das mussten wir bei den Krimi-Depeschen in dieser Woche einmal mehr in der Krimiblog-Szene feststellen. Eine Krimibloggerin und ein Krimiblogger befinden sich im Wandel. Die Krimilady Henny Hidden kündigte den Rückzug von ihrem Blog krimilady.de an. Und Dieter Paul Rudolph bringt es so auf den Punkt:

»Krimikritik findet weiterhin statt und niemand würde sie vermissen, verschwände sie ohne Umstände im Orkus der Daten. Also: acht Jahre sind genug.«

Auch er verspricht eine Veränderung in seinem Blog Krimikultur: Archiv.

Was zeigt das? Die Krimiblog-Szene, die deutsche wie die englischsprachige, wandelt sich, sie lebt. Das beweist auch der wunderbare Rich Westwood, der das Blog Past Offences führt und sich alten Krimis verschrieben hat. Unser Fundstück der Woche und damit weiter zu den Facebook-Fans.«

»Wir bei Facebook haben in dieser Woche in die Schweiz geschaut. Dort findet gerade die diesjährige Criminale statt, und da gibt es interessante Gespräche zum Beispiel mit Mitra Devi und Sunil Mann oder mit Christine Brand. Und wir haben, dank der Bloggerin von Blog Bleisatz gelernt, was “käffele & sünnele” bedeutet. Das machen wir bei Facebook jetzt auch und geben ab Google+.«

»Retro ist in, dass haben wir bei Google+ festgestellt. Wir freuen uns über die interessante Idee, Literaturklassiker in Pulp-Hüllen zu stecken, um so junge Menschen für diese zeitlosen Geschichten zu interessieren. Pulp! The Classics heißt die Reihe und wir finden das spannend und gehen deshalb jetzt schmökern. Hören Sie doch unterdessen bei Twitter rein.«

»Guten Tag, hier ist Twitter. Und Sie kennen das: Let the tweets tell the story. Bitte!

Und da wir beim letzten Tweet bei einem Tumblelog sind, geben an ein solches ab: Tage des Lesens, was gibt es an Neuigkeiten?«

»Die Tage des Lesens haben sich für den Frühling umgezogen. Und als Dienstleister für das Wahre und Schöne, hier unser Bild der Woche.

Krimiblog-Konferenz: Britsh Library

Krimis bei der British Library

Damit zurück zu krimiblog.de!«

Uhi, da sind wir schon wieder. Vielen Dank an alle. Ihnen gelungene Tage, interessante Lektüren und spannende Tage. Bleiben Sie uns gewogen und schalten Sie auch beim nächsten Mal wieder ein. Wir freuen uns auf Sie!

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Überraschung! Die Krimiblog-Konferenz am Samstag, den 13. April 2013

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Jetzt bekommen Sie mal keinen Schrecken. Zwar hatte ich am vergangenen Samstag angekündigt, dass in dieser Woche die Krimiblog-Konferenz ausfallen würde. Aber das Leben, Krankheit und Familie spielten nicht mit. Deshalb jetzt doch: Die Krimiblog-Konfernenz, denn Samstag ist Krimitag. Und ich gebe gleich ab an die Krimi-Depeschen.

»Einen guten Tag aus der Krimi-Depeschen-Dienststelle. Gelegentlich wundern wir uns schon, warum bestimmte Meldungen einen enormen Zuspruch und viele Reaktionen bekommen, andere wiederum sich eher still und leise versenden, obwohl wir sie als das bezeichnen würden, was Journalisten gerne eine “starke Story” nennen. In dieser Woche erging es uns so mit diesem gar wundervollen Literaturkrimi von Eric Naiman: When Dickens met Dostoevsky. Wir haben uns jedenfalls amüsiert, vor allem auch über die Art, wie uns dieser Artikel erreichte. Nämlich so:

Dickens Dostojewskij in der Krimiblog-Konferenz

Möglicherweise die Art von Humor, die nur wir Internetmenschen verstehen. Und damit geben wir gerne weiter an unsere Freunde und Fans bei Facebook.«

»Wir bei Facebook haben uns in dieser Woche sehr über die fette Beute aus den Krimiblogs gefreut: KrimiKiosk, KrimiKiste (der wir herzlich zum Relaunch gratulieren), zeilenkino.de, Krimimimi, crimenoir, Axel Bussmer und Martin Compart konnten wir in dieser Woche vermelden. Und dabei haben wir auch noch vergessen, den dritten Teil des Psychogramms eines Krimiautors von Dieter Paul Rudoph zu vermelden, was hiermit nachgeholt wird.

Was gab es bei Euch, werte Google-Plusser?«

»Wir bei Google+ haben uns über die rassitischen Ausfälle des Krimiautors Akif Pirinçci aufgeregt und uns gefreut, dass es von Jochen Grabler Einspurch und Kritik gab. Eine der wenigen Stimmen zu diesem Thema, bei dem wir alle eigentlich nicht schweigen sollten. Damit geben wir weiter an die Freunde bei Twitter. «

»Tweet, tweet – die Woche war sweet. (3. Platz im Schlechte-Reime-Wettbewerb). Wir bei Twitter haben

gratuliert:

über Männer gestaunt:

zugehört:

gelernt:

applaudiert:

Soweit die Höhepunkte aus der Zeitleiste. Was wurde denn so geschmökert, Tage des Lesens?«

»Wir bei Tage des Lesens haben gelächelt

Bitte lächeln für die Krimiblog-Konferenz!

Freundlichst geben wir ab ins Hauptblog.«

Vielen Dank in die Runde. Damit geht die – ungeplante – Krimiblog-Konferenz auch schon wieder dem Ende entgegen. Bleiben Sie uns gewogen, verbringen Sie eine gute Zeit, lesen Sie gute und schlechte Bücher und vor allem, lassen Sie sich nichts erzählen. Ob es in der kommenden Woche eine Krimiblog-Konferenz gibt, muss leider zu diesem Zeitpunkt ungewiss bleiben. Leben, Krankheit und Familie können dazwischen kommen.

Bleiben Sie kritisch!

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Samstags-Plauderei | Die Krimiblog-Konferenz am 6. April 2013

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Bis zur Bundesliga müssen Sie noch warten, die Krimiblog-Konferenz hingegen ist schon am Samstagmorgen für Sie da. Willkommen! Wir schalten wieder einmal durch die angeschlossenen Blogs und Medien um zu erfahren, was sich in der Woche kriminalliterarisch so getan hat. Bleiben Sie also dabei und lesen Sie, was die Krimi-Depeschen zu vermelden hatten.

»Moin, moin sagen die Krimi-Depeschen. Wir waren in dieser Woche wieder im Auftrag der Krimibildung unterwegs und haben erfahren, was es mit dem Begriff ‘Påskekrim‘ auf sich hat. Auch Cora Stephan hat zur Fortbildung beigetragen, sie weiß nämlich was passiert, wenn Frauen zu viel lesen. Und Anneke Rautenbach klärt uns auf, was es mit der südafrikanischen Kriminalliteratur auf sich hat. Reichlich Stoff also für die kleinen, grauen Zellen. Bei Euch auch, werte Facebooker?«

»Auch wir bei Facebook haben eine Lehrauftrag und bilden weiter. Zum Beispiel freuen wir uns über die prächtige Aufklärungsarbeit, die die Kolumne Krimi & Co. bei der Stuttgarter Zeitung betreibt. In dieser Woche etwa zum neuesten Roman von Ian Hamilton. Und wir haben festgestellt, dass Fernsehen durchaus auch lehrreich sein kann. Liebe Google-Plusser, was gab es bei Euch?«

»Mit welchen Büchern steigt der unerfahrene Leser in unsere Lieblingslektüre ein? Diese Frage haben wir uns bei Google+ gestellt. Zudem haben wir in dieser Woche von einer traurigen Meldung erfahren: Der Autor Iain Banks ist unheilbar erkrankt. Er hat sich in einer bewegenden Mitteilung an seine Leserinnen und Leser gewandt. Seine Kollegin Val McDermid hat darauf mit einem nicht minder bewegenden Text reagiert. Und damit geben wir ab in die Twitter-Zeitleiste.«

»Ja, hier ist Twitter und hier kommen die Tweets zu Wort:

Von den Texten zu den Bildern: Was gab es bei Euch, Tage des Lesens?«

»Als Tumblelog haben wir bei Tage des Lesens in der Woche wieder Bilder zum Schreiben und zum Lesen gefunden. Und damit schauen wir wieder auf das Hauptblog.«

Vielen Dank! Damit sind wir auch schon wieder am Ende unserer Krimiblog-Konferenz am Samstag. Wir hoffen, es hat Ihnen gefallen und Sie nehmen ein paar gute Links mit ins Wochenende. Und natürlich viele gute Krimis. In der nächsten Woche wird die Krimiblog-Konferenz ausfallen, da der Krimiblogger auf Reisen sein wird. Wenn nichts dazwischen kommt, wird am 20. April wieder konferiert. Für die Zwischenzeiten empfehle ich auch noch einmal das Vabanquespiel hier im Hause.

Lesen Sie gut!

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Die Unbesprochenen | Michael Ondaatje: The Cat’s Table

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Michael Ondaatje: The Cat's TableUngelesen, angelesen, quergelesen Die Unbesprochenen – Der Buchtipp des Tages | Michael Ondaatje: The Cat’s Table. – London : Jonathan Cape, 2011. – ISBN 978-0-224-09361-3

Es muss im Frühjahr 2012 gewesen sein, als ich The Cat’s Table von Michael Ondaatje gelesen habe. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch, weil es damals für den Hammett Prize nominiert war, ihn allerdings nicht erhalten hat. Und damit wäre ich denn auch gleich bei der Frage, ob dies überhaupt ein Kriminalroman ist.

Ondaatje erzählt in seinem kurzweiligen Roman die Geschichte einer Überfahrt: Der elfjährige Michael reist in den 1950er Jahren von Colombo aus nach England, um dort zur Schule zu gehen. An Bord der “Oronsay” trifft er auf zwei andere Jungen, mit denen er zusammen auf Entdeckungstour geht. Sie, die am “Katzentisch” sitzen, beobachten, wie es vielleicht nur Kinder in dem Alter tun – neugierig, abwartend, skeptisch – die merkwürdige Welt der Erwachsenen. Dazu gehört der Pianist Mazappa, die geheimnisvolle Miss Lasqueti, ein Botaniker und ein schwindelnder Baron. Eines Nachts beobachten die Jungen, wie ein Strafgefangener, der in Ketten gelegt, über das Deck geführt wird. Die Neugierde der Jungen ist geweckt.

Die Überfahrt eines Schiffs als Übergang von der Kindheit zum Erwachsenen sein – das trifft es und doch greift es bei Ondaatje zu kurz. Denn es geht auch um unterschiedliche Kulturen, die hier aufeinander treffen. Tatsächlich ist das Krimi-Element zu vernachlässigen, vielmehr stehen die dichten Schilderungen, die knappe und doch bildstrke Sprache im Vordergrund. The Cat’s Table ist ein fesselnder Abenteuerroman mit drei Jungs, die ihre gemeinsame Reise nicht vergessen werden.

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Die Unbesprochenen | Megan Abbott: The End of Everything

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end_of_everything_150Ungelesen, angelesen, quergelesen Die Unbesprochenen – Der Buchtipp des Tages | The End of Everything. – London : Picador, 2011. – ISBN 978-1-4472-0407-7 (E-Book)

Zusammen mit Autorinnen wie Gillian Flynn oder Sara Gran gehört Megan Abbott zweifelsohne zu den starken, neuen Stimmen der US-amerikanischen Kriminalliteratur. Nach ihren ersten Noir-Romanen wurde sie vor gut zwei Jahren mit ihrer Coming-Of-Age-Geschichte The End of Everything einem breiteren Publikum bekannt.

Evie und Lizzie erleben einen heißen Sommer in einer US-amerikanischen Kleinstadt. Dann verschwindet Lizzie eines Tages und Evie stellt sich Fragen. Nicht nur nach dem Verbleib von Lizzie, sondern auch, wie gut sie ihre Freundin wirklich kannte. Und Evie entdeckt ihre eigene, aufkeimende Sexualität in einer Schwärmerei für den Vater von Lizzie.

Abbott verdichtet hier in einer schwülen Atmosphäre Motive, die zu klassischen Elementen der Literatur gehören: Der Mythos des Erwachsenwerden, die Geheimnisse in einer Kleinstadt, das Hinterfragen einer Freundschaft und die ersten sexuellen Erfahrungen junger Mädchen. Das tut sie in einer ruhigen Sprache und mit elegant gezeichneten Bildern, die wie Momentaufnahmen aus einem Album erscheinen. Kitsch, der hier schnell zur Stelle wäre, fehlt völlig.

Was mir immer wieder auffällt: Die jungen Autorinnen, die den Rückzug ins Private nehmen, die Familie, die Kleinstadt. Große, politische Themen sind scheinbar nicht ihr Ding, dennoch sind hier – auch das Private ist politisch – größere Zusammenhänge erkennbar, die vor allem etwas zur psychologischen Situation einen Gesellschaft sagen. The End of Everything ist sicher eines dieser Bücher. gehört sicher zu dieser Art von Literatur, die im Kleinen einiges über das große Ganze aussagen und lohnt, entdeckt zu werden.

Wer übrigens lieber zur deutschen Übersetzung greifen mag: Isabel Bogdan hat den Roman vortrefflich ins Deutsche übertragen. Da heißt er übrigens Das Ende der Unschuld.

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Die Unbesprochenen | Daniel Stashower: Sir Arthur Conan Doyle

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Daniel Stashower: Sir Arthur Conan DoyleUngelesen, angelesen, quergelesen Die Unbesprochenen – Der Buchtipp des Tages | Daniel Stashower: Sir Arthur Conan Doyle : Das Leben des Vaters von Sherlock Holmes. – Aus dem Englischen von Michael Ross und Klaus-Peter Walter. – Köln : Baskerville Bücher, 2008. – ISBN: 978-3-930932-04-7

Originalausgabe: Daniel Stashower: Teller of Tales: A Life of Sir Arthur Conan Doyle. – New York : Henry Holt & Co, 1999

An den Ostertagen bin ich durch meine Bücherregale flaniert. Welches sollten die Krimitipps in der “Ungelesen, angelesen, quergelesen”-Reihe werden? Plötzlich kam mir der Gedanke an all die durchaus gelesenen, aber unbesprochenen Bücher. Das soll es sein in dieser Woche: Die Unbesprochenen. Streichen Sie also bitte für die nächsten Tage das “ungelesen, angelesen, quergelesen”. Die Unbesprochenen habe ich gelesen, wenn auch oft vor einigen Jahren, nur habe ich sie noch nie vorgestellt. Deshalb jetzt – keine Rezension, keine Besprechung, nur eine Leseerinnerung. Willkommen beim Vabanquespiel!

Es muss 2009 gewesen sein, damals, als sich der Geburtstag von Sir Arthur Conan Doyle zum 150. Mal jährte. Kurz zuvor ist die Biographie Sir Arthur Conan Doyle : Das Leben des Vaters von Sherlock Holmes von Daniel Stashower in deutscher Übersetzung erschienen. An die Lektüre damals kann ich mich natürlich nur noch dunkel erinnern, aber es waren gute Lesestunden, die ich mit diesem Buch verbracht habe. Stashower war mir bereits als Autor von The Beautiful Cigar Girl: Mary Rogers, Edgar Allan Poe, and the Invention of Murder geläufig und auch dieses Buch mochte ich damals.

Stashowers Biographie zeichnet, wenn ich mich recht erinnere, ein zwiespältiges Porträt von Sir Arthur Conan Doyle, dem, wie es in der deutschen Unterzeile heißt, “Vater” von Sherlock Holmes. Doyle, der Arzt, der so unglücklich mit seiner Berufswahl schien, der seine Holmes-Geschichten zunächst gerne geschrieben, dann aber leidlich unter ihnen gelitten hat, da sie ihm den Weg zum “ernsthafen” Schriftsteller zu verbauen schienen. All das arbeitet Stashower in einer lebhaften Erzählung heraus, immer wieder belebt mit einfachen Begebenheiten aus dem Leben von Arthur Conan Doyle.

Dann aber auch Doyles Hang zum Übersinnlichen, seine ausufernden Phantasmen, seine Abgleiten in eine Art “Wahnsinn”. An all das kann ich mich jetzt, gute vier Jahre nach der Lektüre, noch erinnen – was ich als ein gutes Zeichen ansehe. Ebenso Doyles tief empfundenen Humanismus, seine Erlebnisse im Burenkrieg, wenn auch durchaus national gefärbt. Und schließlich die aufgeschobene Lektüreanregung, die diese Biographie ausspricht: Doyles vergessener, phantastischer Roman Die vergessene Welt.

In Zeiten, in denen jeder biographischen Begebenheit eines Autors nachgehechelt wird, sind solche ruhig und gelassen erzählten Lebensläufe, wie sie Stashower schreibt, eine Wohltat. Und sie strafen jene Kritiker lügen, die behaupten, Doyle sei in seiner Ästhetik und seiner Wirkung heute vernachlässigbar. Albernes Geschwätz, lesen Sie lieber diese Biographie – sie lohnt und klärt auf.