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»Er sah sich selbst in einer schwarzen Robe bei irgendeinem Fall plädieren. Er würde gut in diese Rolle passen. Er könnte jemanden verteidigen. Auch, wenn es sich um einen Mörder handelte. Er könnte alle davon überzeugen, dass er Recht hatte und die anderen sich irrten. Dass der Mörder vernünftig gehandelt hatte und alle anderen erkannten, was der Tat zugrunde lag. Wenn man es erst einmal begriff, gab es keine Verbrechen mehr. Und ein Mörder wäre nicht länger ein Mörder. Der Mörder würde freigesprochen, und er könnte sich im Glanz der Verblüffung sonnen.«

Gaute Heivoll Bevor ich verbrenne. – S. 170

Aus: Gaute Heivoll: Bevor ich verbrenne : Aus dem Norwegischen von Ulrich Sonnenberg. – Frankfurt am Main : Schöffling, 2012. – ISBN: 978-3-89561-506-1

Bei dem etwas anderen Literaturwettbewerb Tournament of Books traten in der Schlussrunde The Sisters Brothers von Patrick deWitt gegen Open City von Teju Cole an. Zufällig habe ich beide Bücher erst kürzlich und hintereinander (erst The Sisters Brothers, dann Open City) gelesen.

Spannend: Da tritt eine Hommage an die US-amerikanische Heimatliteratur, der Western des kanadischen Autors deWitt, gegen die postmoderne Großstadtliteratur des in Nigeria geborenen Cole an. Hätte ich eine Entscheidung zu fällen, meine wäre zugunsten von Open City ausgefallen. Letztlich hat Cole in meinen Augen den tiefergehenden, den stilstisch interessanteren und spannenderen Roman geschrieben. Eine Leseempfehlung folgt aber für beide Bücher.

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