Alle Artikel des Monats: Dezember 2010

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Das tägliche Drama | Folge 9

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Evil+++ Twitter off +++

Weihnachts- und Jahresendspurt. In den Blogs dieser Welt kehrt die Besinnlichkeit ein, Bilder von Weihnachtsbäumen, Weihnachtsgänsen, Weihnachts-…. (beliebig zu ergänzen) schmücken die digitale Welt und der Bücher lesende Teil der Menscheit hält Rückschau auf die Bücher des Jahres. Doch wer findet überhaupt noch Zeit zum Lesen?

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Vergessene Verbrechen: Kürzlich ist leider der Regisseur Blake Edwards verstorben. Michael Carlson lenkt bei „Irresistible Targets“ die Aufmerksamkeit auf die TV-Krimis des Meisters. Sehr schön.

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Die Volksseele kocht: Edward Docx hat vor einigen Tagen für den „Guardian“ die Romane von Stieg Larsson und Dan Brown als „amateurhaft“ entlarvt (was nicht schwer gewesen sein dürfte). Nun schlägt das Lesevolk zurück: Laura Miller bekennt, dass sie schlechte Schreibe liebt. Wen wundert es?

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Krimiautoren empfehlen Krimiautoren – dieses lustige Spielchen gibt es im Blog von Jen Forbus zu lesen und zu sehen, denn Jen hat die Empfehlungen in einem kurzen Video eingefangen. Und wer „Hello Kitty Must Die“ von Angela S. Choi empfiehlt, den muss man einfach mögen.

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Nervensägen: Weihnachten ist ja eigentlich DAS Kinderfest. Doch die kleinen Racker können ja auch ganz schön nerven. Im Blog „Hey, There’s A Dead Guy in the Living Room“ gibt es nette Tipps, wie man die Kids ein wenig erschrecken kann. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Kids von heute abgehärterter sind…

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Frischfleisch: Auch ein beliebtes Ritual in englischsprachigen Krimiblogs – eine persönlich Liste mit den Autor/innen, die man im zu Ende gehenden Jahr das erstemal gelesen hat. Peter Rozovsky von „Detectives Beyond Borders“ hat so eine Liste im Angebot, ebenso J. Kingston Pierce bei „Rap Sheet„, Jen Forbus gleichfalls.

Sarah Weinman hingegen hat einfach mal ihre Favoriten für 2010 zusammengestellt, das alles in ihrem hübschen Tumblr-Blog.

Und überhaupt die Besten und das Beste gibt es derzeit bei „Day Labor“ – dem offiziellen Blog des „Crimefactory Magazin„.

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Verschneit: Wer noch nicht genügend Schnee gesehen hat, bei „Euro Crime“ hat Karen ein paar hübsche Schnee-Cover-Bilder zusammengestellt. Und was sind Eure Lieblings-Schnee-Cover-Bilder?

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Augenfutter: Ein Blog, das mir bislang leider verborgen geblieben ist, sei hiermit ausdrücklich empfohlen. Bei „Crime Time Preview“ gibt es Vorankündigungen für Krimis und Thriller, die demnächst im englischen TV zu sehen sind.

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Schwanzvergleich: Wer ist der größte Schriftsteller aller Zeiten? Diese Frage scheint besonders für Krimiautoren wichtig zu sein. John Harvey hat jetzt die Antwort gefunden und sie hat etwas mit Tolstoi und Beethoven zu tun. Gut, dass dies jetzt endgültig geklärt ist.

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Soweit für den Moment. Zum Schluss noch Musik für alle armen Schriftsteller, getreu dem Motto: „And if I share with you my story would you share your dollar with me“.

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Bildquelle: Evil Snowman by Dave Hogg @flickr via everystockphoto.com

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Die Krimi-Maschine

1 Kommentar


Seit etwa vier Monaten werden meine Follower, Fans und Freunde bei Twitter und Facebook von mir mit Krimi-Nachrichten versorgt. Von mir? Nein, eigentlich nicht. Die Rede ist von den Online-Zeitungen „Krimi Daily“ (die deutsche Version) und „Crime Fiction Daily“ (die englische Version), die über den automatisieren Nachrichtengenerator paper.li einmal täglich ausgeliefert werden.

Wie funktioniert das?
paper.li bietet Twitter- und Facebook-Nutzern die Möglichkeit, automatisierte Zeitungen aus öffentlichen Tweets und seit kurzem auch aus öffentlichen Facebook-Meldungen generieren zu lassen. Es ist also kein Mensch, der da Nachrichten zusammenstellt, es ist eine „Maschine“, die die Nachrichtenauswahl trifft und versucht, sie zu ordnen und in ein zeitungsähnliches Layout zu bringen.

Welche Nachrichten ausgewählt werden, kann ich als angemeldeter Nutzer bei paper.li beeinflussen. So kann ich zum Beispiel Zeitungen zu bestimmten Schlagwörtern oder Hash-Tags erstellen lassen, oder, wie es bei meinen beiden Twitter-Zeitungen „Krimi Daily“ und „Crime Fiction Daily“ geschieht, anhand einer Liste von ausgewählten Twitteren, denen ich als @krimiblogger bei Twitter folge und von denen ich annehme, dass sie zumindest gelegentlich etwas zum Thema Kriminalliteratur, Krimis, Thriller, Noir, Mystery, Crime Fiction etc. twittern. Konkret handelt es sich um die Twitter-Liste @krimiblogger/krimi, die deutschsprachige Krimitwitterer umfasst, so wie die beiden englischsprachigen Twitter-Listen @krimiblogger/crime-fiction und @krimiblogger/crimewriters.

Dabei werden allerdings nur die Tweets ausgewertet, die Links zu Artikeln und Beiträgen im Internet enthalten. Weiterhin gibt es gesonderte Auflistungen von Videos und Bildern in den paper.li-Zeitungen. Wie und wo welche Artikel, Videos und Bilder angezeigt werden, kann ich allerdings nicht beeinflussen.

Und was soll das?
Begonnen hat das für mich als eine Spielerei. Automatisch generierte Nachrichtenseiten lösen sicher bei dem einen oder anderen Bedenken aus. So etwas kann von Menschen bearbeitete, sortierte und gewichtete Linksammlungen sicher nicht ersetzen. Für die Nutzung und die Lektüre täglicher Twitter-Nachrichten aber kann eine solche „Zeitung“ eine sinnvolle Ergänzung sein. Denn Twitter ist bekanntlich schnelllebig. Durch die tägliche „Krimi-Maschine“ wird man vielleicht auf den ein oder anderen Artikel aufmerksam, der in der Twitter-Timeline möglicherweise verschwunden ist.

Welche Reaktionen gab es bisher?
In Deutschland zeigt sich die kriminelle Twittergemeinde eher skeptisch. Im englischsprachigen Ausland hingegen habe ich durch „Crime Fiction Daily“ viele positive Reaktionen bekommen. Diese „Zeitung“ wurde sogar in einem Artikel über Twitter erwähnt.

Ich will – nicht!
Wer mit auf diese Liste will, schickt mir einfach eine E-Mail oder kontaktiert mich über Twitter.

Wer aber nicht erwähnt werden möchte, der findet hier Infos, wie die Erwähnungen unterbunden werden können – oder schickt mir ebenfalls eine E-Mail.

Was kommt?
Weitere Listen und Zeitungen sind in der Vorbereitung. Zudem kann man seit einigen Tagen auch öffentliche Nachrichten bei Facebook zur Zeitung verarbeiten lassen. Es bleibt auf jeden Fall spannend.