Ungelesen, angelesen, quergelesen – Der Krimitipp des Tages | Guillermo Orsi: Im Morgengrauen
Guillermo Orsi: Im Morgengrauen : Kriminalroman. – Aus dem argentinischen Spanisch von Matthias Strobel. – München : dtv, 2010 ISBN 973-3-423-21223-6 – Preis: 8,95 €
Seit ich den letzten Menschen verloren habe, der mir etwas bedeutet hat, gehe ich nach Mitternacht nicht mehr ans Telefon.
Selbstverständlich wirft Argentinien, das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse, schon jetzt seine Schatten voraus. Das dieses Land eine spannende Tradition in der Kriminalliteratur vorzuweisen hat, brauche ich nicht zu betonen. Natürlich: Jorge Luis Borges, Adolfo Bioy Casares. Dann jüngere Autoren wie Raúl Argemí oder Pablo de Santis. Die Krimis des Journalisten Guillermo Orsi sind hingegen Neuland für mich. “Nadie ama a un policía“, zu Deutsch “Niemand liebt einen Polizisten“ heißt der Roman, der jetzt bei dtv mit dem etwas unglücklichen Titel “Im Morgengrauen“ veröffentlicht wurde. Er spielt im Jahr 2001, als Argentinien vor dem Staatsbankrotts stand und ein blutiger Konflikt zwischen protestierenden Bürgern und der aggressiv vorgehenden Polizei entbrennt. Ich-Erzähler Pablo Martelli, einst Polizist und nun Vertreter für Sanitärbedarf, erhält inmitten der aufgebrachten Stimmung einen Anruf von Edmundo Cárcano, einem hohen Tier beim Ölkonzern CPF. Cárcano bittet ihn, sofort zu ihm zu kommen. Doch als Martelli bei seinem Freund eintrifft, ist dieser tot. Kurz darauf wird auch dessen Geliebte ermordet. Martelli macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die, wie sich herausstellt, sehr unterschiedlich aussehen kann. Autor Guillermo Orsi ist kürzlich mit seinem Roman “Ciudad santa “ für den spanischen “Premio Hammett“ nominiert worden, der in diesen Tagen während der laufenden Semana Negra in Gijón vergeben wird. Da draußen Blog von Guillermo Orsi
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Ein Trackback
[...] (natürlich auf Italienisch). *** Argentinisch: Schnell nachgereicht sei die Meldung, das Guillermo Orsi, für seinen Roman "La Ciudad Santa" (was wohl mit "Die heilige Stadt" [...]