Seit etwa vier Monaten werden meine Follower, Fans und Freunde bei Twitter und Facebook von mir mit Krimi-Nachrichten versorgt. Von mir? Nein, eigentlich nicht. Die Rede ist von den Online-Zeitungen “Krimi Daily” (die deutsche Version) und “Crime Fiction Daily” (die englische Version), die über den automatisieren Nachrichtengenerator paper.li einmal täglich ausgeliefert werden.

Wie funktioniert das?
paper.li bietet Twitter- und Facebook-Nutzern die Möglichkeit, automatisierte Zeitungen aus öffentlichen Tweets und seit kurzem auch aus öffentlichen Facebook-Meldungen generieren zu lassen. Es ist also kein Mensch, der da Nachrichten zusammenstellt, es ist eine “Maschine”, die die Nachrichtenauswahl trifft und versucht, sie zu ordnen und in ein zeitungsähnliches Layout zu bringen.

Welche Nachrichten ausgewählt werden, kann ich als angemeldeter Nutzer bei paper.li beeinflussen. So kann ich zum Beispiel Zeitungen zu bestimmten Schlagwörtern oder Hash-Tags erstellen lassen, oder, wie es bei meinen beiden Twitter-Zeitungen “Krimi Daily” und “Crime Fiction Daily” geschieht, anhand einer Liste von ausgewählten Twitteren, denen ich als @krimiblogger bei Twitter folge und von denen ich annehme, dass sie zumindest gelegentlich etwas zum Thema Kriminalliteratur, Krimis, Thriller, Noir, Mystery, Crime Fiction etc. twittern. Konkret handelt es sich um die Twitter-Liste @krimiblogger/krimi, die deutschsprachige Krimitwitterer umfasst, so wie die beiden englischsprachigen Twitter-Listen @krimiblogger/crime-fiction und @krimiblogger/crimewriters.

Dabei werden allerdings nur die Tweets ausgewertet, die Links zu Artikeln und Beiträgen im Internet enthalten. Weiterhin gibt es gesonderte Auflistungen von Videos und Bildern in den paper.li-Zeitungen. Wie und wo welche Artikel, Videos und Bilder angezeigt werden, kann ich allerdings nicht beeinflussen.

Und was soll das?
Begonnen hat das für mich als eine Spielerei. Automatisch generierte Nachrichtenseiten lösen sicher bei dem einen oder anderen Bedenken aus. So etwas kann von Menschen bearbeitete, sortierte und gewichtete Linksammlungen sicher nicht ersetzen. Für die Nutzung und die Lektüre täglicher Twitter-Nachrichten aber kann eine solche “Zeitung” eine sinnvolle Ergänzung sein. Denn Twitter ist bekanntlich schnelllebig. Durch die tägliche “Krimi-Maschine” wird man vielleicht auf den ein oder anderen Artikel aufmerksam, der in der Twitter-Timeline möglicherweise verschwunden ist.

Welche Reaktionen gab es bisher?
In Deutschland zeigt sich die kriminelle Twittergemeinde eher skeptisch. Im englischsprachigen Ausland hingegen habe ich durch “Crime Fiction Daily” viele positive Reaktionen bekommen. Diese “Zeitung” wurde sogar in einem Artikel über Twitter erwähnt.

Ich will – nicht!
Wer mit auf diese Liste will, schickt mir einfach eine E-Mail oder kontaktiert mich über Twitter.

Wer aber nicht erwähnt werden möchte, der findet hier Infos, wie die Erwähnungen unterbunden werden können – oder schickt mir ebenfalls eine E-Mail.

Was kommt?
Weitere Listen und Zeitungen sind in der Vorbereitung. Zudem kann man seit einigen Tagen auch öffentliche Nachrichten bei Facebook zur Zeitung verarbeiten lassen. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

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Ein Beitrag von Karl Ludger Menke

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