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Das tägliche Drama | Folge 7

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Tag 1 nach #Blumenkübel. Freitagsdepression eines Workaholics.

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Aus dem Jammertal: Dieter Paul Rudolph, auch bekannt als dpr, hat sich in der aktuellen Ausgabe seiner Kolumne „DPRs Krimilabor“ ins Jammertal des deutschen Krimis begeben. Der Mann ist tapfer und liegt mit seiner Polemik durchaus richtig. Von den 500 Krimiautoren, die es derzeit im deutschsprachigen Raum gibt, sind gerade mal zehn wirklich richtig gute Autoren, weitere 15 liefern immerhin noch Literatur ab. Die restlichen 475 jammernden Krimischriftstellerdarsteller schwanken zwischen kitischigem Krimikunsthandwerk und Altpapier. So ist das.

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Unbeschreiblich weiblich: Während einige deutschsprachige Krimiautorinnen gerne das geifernde Waschweib geben, gibt’s im guten, alten England die „Chick-Lits“-Autorinnen. Im Guardian läuft gerade eine Debatte zum Thema: „Who in Playboy Mansion Hell still refers to a woman as a chick?“ fragt sich DJ Connell, während Michele Gorman überzeugt ist: „light doesn’t have to mean stupid„. Hat jetzt erstmal nichts mit Krimi zu tun, zeigt aber, das Diskussionen durchaus elegant und stilvoll geführt werden können.

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Holterdiepolter: Johanna Adorján hat für die FAZ die Übersetzung von „The True Story of the Manson Murders“ des US-amerikanischen Juristen Vincent Bugliosi gelesen und ist von dem „erfolgreichsten Buch, das jemals über einen wahren Kriminalfall geschrieben“ wurde, begeistert. Die Dokumentation über Charles Manson liegt jetzt in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Helter Skelter“ vor.

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Erzählkünstler: Der südafrikanische Krimiautor Deon Meyer hat die Fragen von Mike Nicol zu seinem aktuellen Roman „Thirteen Hours“ (dt.: „Dreizehn Stunden“ ) beantwortet. Nachzulesen bei Crimebeat.

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Japanische Gauner: Beim Wallstreet fragt man sich, ob Shuichi Yoshida Japans Stieg Larsson wird. Von dem bei uns kaum bekannten Autor ist in diesen Tagen der Roman „Villain“ erschienen, die englische Übersetzung seines Romans „Akunin“. Ob es Shuichi Yoshida auch bis ins Deutsche schafft?

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Kleiner Verlag mit großem Erfolg: Beim Independent feiert Nick Clark den nun nicht mehr ganz so kleinen Verlag Quercus, der Stieg Larsson zum internationalen Durchbruch verholfen hat.

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Smarte Schreiberin
: Als knallharte Krimiautorin zeigt sich die irische Autorin Alex Barclay im Interview mit der Irish Times. Darin erzählt sie unter anderem, dass sie keine betont aggressive Figuren mag, die sich penetrant in der männerdominierten Krimiwelt behaupten müssen. Nun ja.

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Spannende Literatur jenseits des Krimis gibt es auch noch. Jeremy McCarter stellt bei „Newsweek“ die Anthologie „The Cross of Redemption“ mit bislang unveröffentlichten Essays, Polemiken und Artikeln des US-amerikanischen Autors James Baldwin vor. Was Baldwin vor fast 40 Jahren über einen schwarzen US-Präsidenten gedacht hat, wie er die christlichen Fundamentalisten eingeschätzt hat und wie der alltägliche Rassimus aussah, all dürfte auch heute noch interessant sein.

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In diesem Sinne: Weitsichtiges Wochenende

Bildquelle: llorar a lágrima viva by nyki_m @flickr via everystockphoto.com

Veröffentlicht von

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3 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. uh nee, nicht depressiv werden, Ludger! Ist doch alles nicht so schlimm. Ist doch alles nur Rauschen…und überhaupt: Uns nimmt eh keiner ernst, weil wir nicht bezahlt werden! Eine neue Erkenntnis aus dem Jammertal.

    be
    dpr

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