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Krimitipp | Jedediah Berry: Handbuch für Detektive

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Ungelesen, angelesen, quergelesen – Der Krimitipp des Tages: Jedediah Berry: Handbuch für Detektive
Handbuch für Detektive von Jedediah Berry
Jedediah Berry: Handbuch für Detektive : Roman / Aus dem Englischen von Judith Schwaab. – München : C. H. Beck, 2010
ISBN 978-3-406-60515-4 – Preis: 19,95 €

Mashup ist auch beim Krimi angesagt. Krimi-Solos reichen nicht immer. Krimi, dieser elendige Bastard, treibt es auch gerne mit anderen Genres: Science Fiction, Horror oder Fantasy zum Beispiel. Ein Beispiel dafür ist der Debütroman „The Manual of Detection“ des US-amerikanischen Autors Jedediah Berry, der in diesen Tagen bei C.H. Beck unter dem Titel „Handbuch für Detektive“ erschienen ist. Laut deutscher Verlagswerbung ein „Krimi aus einer Traumwelt, als hätte man Kafka und Borges gebeten, gemeinsam einen Detektivroman zu schreiben.“ Nun gut: Kafka, Borges – irgendwo wird auch der Vergleich zu Ray Bradburys Erzählungen herangezogen – da steigt der Erwartungsdruck für dieses Krimi-Fantasy-Science-Fiction-Mashup. Ob das für einen Debütanten so gut ist, bezweifle ich.

Allerdings hat „The Manual of Detection” einige gute Kritiken in den USA eingefahren (sicher, das heißt jetzt auch nix). Und die Überschriften des Romans wecken durchaus die Neugier: „Über das Beschatten“, „Über Betrug“ oder „Über das Bluffen“ sind Kapitel überschrieben. Erzählt wird die Geschichte von Charles Unwin, kleiner Angestellter einer großen Detektivagentur, der mit aufgespannten Schirm selbst bei Regen mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Als einer der Top-Detektive der Agentur vermisst wird, begibt sich Unwin auf die Suche nach dem Verschwundenen und diese Suche führt ihn in die fiesesten Ecken der Großstadt. Er trifft dabei auf allerlei merkwürdige Gestalten. Das „Handbuch für Detektive“ führt den Jungdetektiv durch die Unterwelt, in der er unter anderem auch in die Träume eines Mordopfers eindringen soll. Mashup eben, mit vielen Bezügen in die klassische Detektivliteratur.

Da draußen
The Manual of Detection – Homepage zum Buch
The Third Archive: Blog von Jedediah Berry

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  1. Klingt interesant, ist aber nicht so neu wie es hier dargestellt wird. In der Postmoderne wurde der Kriminalroman bereits unter verschiedenen Aspekten neu erfunden und weiterentwickelt. Nun ist Postmoderne angeblich schon nicht mehr aktuelle, daher darf man gespannt sein, wie der neue Ansatz aussieht und ob man ihn postpostpostmodern nennen darf. Das Cover ist gut gewählt und verspricht guten Lesespaß, vielleicht auch eine gelungene Geschenkidee für meine Krimifreundin in Münster. Wenn mir jemand dazu mehr sagen kann, freu ich mich über Meinungen.

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