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Die Unbesprochenen | Megan Abbott: The End of Everything

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end_of_everything_150Ungelesen, angelesen, quergelesen Die Unbesprochenen – Der Buchtipp des Tages | The End of Everything. – London : Picador, 2011. – ISBN 978-1-4472-0407-7 (E-Book)

Zusammen mit Autorinnen wie Gillian Flynn oder Sara Gran gehört Megan Abbott zweifelsohne zu den starken, neuen Stimmen der US-amerikanischen Kriminalliteratur. Nach ihren ersten Noir-Romanen wurde sie vor gut zwei Jahren mit ihrer Coming-Of-Age-Geschichte The End of Everything einem breiteren Publikum bekannt.

Evie und Lizzie erleben einen heißen Sommer in einer US-amerikanischen Kleinstadt. Dann verschwindet Lizzie eines Tages und Evie stellt sich Fragen. Nicht nur nach dem Verbleib von Lizzie, sondern auch, wie gut sie ihre Freundin wirklich kannte. Und Evie entdeckt ihre eigene, aufkeimende Sexualität in einer Schwärmerei für den Vater von Lizzie.

Abbott verdichtet hier in einer schwülen Atmosphäre Motive, die zu klassischen Elementen der Literatur gehören: Der Mythos des Erwachsenwerden, die Geheimnisse in einer Kleinstadt, das Hinterfragen einer Freundschaft und die ersten sexuellen Erfahrungen junger Mädchen. Das tut sie in einer ruhigen Sprache und mit elegant gezeichneten Bildern, die wie Momentaufnahmen aus einem Album erscheinen. Kitsch, der hier schnell zur Stelle wäre, fehlt völlig.

Was mir immer wieder auffällt: Die jungen Autorinnen, die den Rückzug ins Private nehmen, die Familie, die Kleinstadt. Große, politische Themen sind scheinbar nicht ihr Ding, dennoch sind hier – auch das Private ist politisch – größere Zusammenhänge erkennbar, die vor allem etwas zur psychologischen Situation einen Gesellschaft sagen. The End of Everything ist sicher eines dieser Bücher. gehört sicher zu dieser Art von Literatur, die im Kleinen einiges über das große Ganze aussagen und lohnt, entdeckt zu werden.

Wer übrigens lieber zur deutschen Übersetzung greifen mag: Isabel Bogdan hat den Roman vortrefflich ins Deutsche übertragen. Da heißt er übrigens Das Ende der Unschuld.

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