Die ersten Blogger waren Rebellen. Sie leben noch. Sind sie wieder da?

Retro, all überall, die Rückkehr der Blogs wird angekündigt. Facebook, diese elendige Linkhure, wird gepflegt auf den Straßenstrich geschickt. Twitter, der in Deutschland immer Unverstandene, bleibt rätselhaft. Die Deutschen mögen es eben nicht klein und kurz, sondern fett und lang. Google+, der intellektuelle Tiefflieger, der auf der Straße richtig gut aussieht, daheim aber trist und trocken bleibt. Und Tumblr, jenes Feuchtgebiet in Dauerpubertät und mit der Verwegenheit und Schönheit der Jugend – es will hier nicht zünden. Dabei ist es Sex und Erotik, Trash und Kult zugleich.

Wir kehren den Rücken, nicht ganz, aber ein wenig.

Sozial waren diese Netze nie, sie werden es nie sein. Wie viele Menschenleben haben sie gekostet? Revolutionen gibt es nicht unblutig, unsere Opfer sind die Gemobbten und Gehänselten, die Unverstandenen, die Selbstmörder, die Süchtigen. Digital Deads.

Und die Blogs? Sie waren da, sie sind geblieben, sie bleiben diese kuschelige Krawallnische, die jede Subkultur zum Überleben braucht. Mainstream, wie der Kollege dpr gestern so eindringlich beschrieb wie der Kollege dpr gestern so eindringlich beschrieb, kann schnell zum Meanstream werden. Und wer will schon böse sein? Dafür haben wir Krimis. Und Krimblogs. Und die leben.

Und damit zurück in die angeschlossenen Blogs.
Teile & herrsche!
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Ein Beitrag von Karl Ludger Menke

human since 1966 | librarian since 1992 | dj since 1994 | online editor since 1999 | blogger since 2005 | t.b.c.