Ebenfalls grandios, wenn auch stilstisch verspielter, ist They Shoot Horses, Don’t They von Horace McCoy. Depression und Marathon-Tanzwettbewerb, wenn das mal nicht meine Themen sind. Die Geschichte von der hysterischen, todessüchtigen Gloria und dem naiven Robert fesselt. Moderne Gladiatoren, dem Monster Show Business zum Opfer dargebracht. Die Erzählung an dem Urteilsspruch des Gerichts auszurichten ist eine einfache, aber sehr effektive Idee.
Sperriger ist der dritte Roman im ersten Sammelband. Thieves Like Us von Edward Anderson. Die Geschichte von drei Ausbrechern und Bankräubern wird im “Prision Slang” erzählt, ist im Orginal nicht immer leicht zu lesen. Da lernte ich dann, was ein “Square John” ist. Es holpert schon, da fehlt die sprachliche Eleganz, dennoch scheint der Roman – ich bin gerade etwa in der Mitte angelangt – ein scharfes Bild der ländlichen Gegenden in Texas und Oklahoma zu zeichnen. Zum Beispiel die trostlosen Orte, an denen Männer in Overalls nach Öl bohren. Und er fängt die Wirtschaftskrise gut ein – da kann man dann auch für heute noch was mitnehmen. Das Banker und Politiker “thieves like us” sind – bei Anderson stehts drin. Der Autor selbst scheint eine fragwürdige Persönlichkeit gewesen zu sein. Viel lässt sich im Netz nicht zu ihm finden, außer, dass er später wohl zu den extremen Rechten abgedriftet ist und ein arger Antisemit geworden ist. Die englischsprachige Wikipedia schweigt zu ihm.
Ich jetzt auch und gehe lesen.
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